Rechtsanwalts- und Notariatsfachangestellte

Die rechte Hand von Anwält*innen und Notar*innen

Ausgebildete Rechtsanwaltsfachangestellte (ReFa) oder Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte (ReNo) sind unverzichtbare Mitarbeiter*innen einer Anwaltskanzlei oder eines Notariats.

Von wegen trockene Gesetzestexte! Oft sind ReFa und ReNo erste Ansprechpartner für die Mandanten – sie organisieren Termine, führen die Akten, überwachen Fristen und stellen Rechnungen.

Nähere Infos zu den Berufen finden Sie hier

Rechtsanwaltsfachangestellte/r

Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r

Kurzfilm ReFa

Kurzfilm ReNo

Beide Ausbildungen sind anerkannte Ausbildungsberufe, für die eine Ausbildungsdauer von 3 Jahren im dualen System (Ausbildungskanzlei und Berufsschule) vorgesehen ist. Bei entsprechender Vorbildung und Leistung kann diese Ausbildungszeit verkürzt werden.

Die Grundlagen für die Ausbildung sind die ReNoPat-Ausbildungsverordnung und der Ausbildungsrahmenplan, beide aus dem Jahr 2014.

Zuständige Kammer für die Ausbildung ist die Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main.

An der Friedrich-List-Schule in Darmstadt hat die Ausbildung in den Rechtsberufen lange Tradition. Bereits die Rechtsanwaltsgehilfinnen (so hieß der Ausbildungsberuf bis 1994) gingen bei uns zur Berufsschule.

Unterricht an der Berufsschule

Derzeit werden pro Jahrgang ca. 40 angehende ReFa und ReNo in zwei Klassen unterrichtet. An zwei Tagen pro Woche werden 12 Stunden Berufsschulunterricht erteilt. Unser erfahrenes Team aus Pädagogen wird dabei von Jurist*innen und Kanzleimitarbeiter*innen aus der Praxis verstärkt.

Inhaltliche Grundlage für den Unterricht in der Berufsschule ist der Rahmenlehrplan.

In den ersten beiden Ausbildungsjahren werden ReFa und ReNo gemeinsam unterrichtet. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt hier auf dem Erlenen der rechtlichen Grundlagen aus BGB (bürgerliches Gesetzbuch), Arbeitsrecht, Strafrecht (als Wahlpflichtfach), zivilrechtliches Verfahren und RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz).

Aber auch die kaufmännischen Grundlagen wie Rechnungswesen, kaufmännisches Rechnen und Wirtschaftspolitik werden vermittelt.

Als „Büroberufe“ nehmen auch Kanzleiorganisation, Kommunikation (mündlich und schriftlich) sowie das selbstständige Verfassen von kleinen Schriftsätzen einen breiten Raum ein.

Im dritten Ausbildungsjahr wird fachlich differenziert unterrichtet. Während ReFa ihre Kenntnisse u.a. im Bereich der Zwangsvollstreckung und im familienrechtlichen Verfahren vertiefen, steht bei ReNo die Notariatstätigkeit (Beurkundungsrecht, Handelsrecht, Erbrecht und Liegenschaftsrecht) im Vordergrund.

Da die Digitalisierung auch vor Anwaltskanzleien und Notariaten nicht Halt macht, findet in allen drei Ausbildungsjahren in mindestens 2 Stunden pro Woche Fachpraxisunterricht am PC statt, im 2. und 3. Ausbildungsjahr sogar mit zwei Lehrkräften gemeinsam, um fachliche und anwendungsbezogene Aspekte zu integrieren. Hier findet auch ein kleiner Workshop mit einer Kanzleisoftware statt.

Neben den Inhalten gemäß Rahmenlehrplan werden allgemein bildende Fächer wie Deutsch, Politik und insbesondere Englisch als prüfungsrelevantes Fach unterrichtet.

Ausbildung und Fachhochschulreife

Berufsschüler*innen mit einem mittleren Abschluss haben bei Vorliegen der geforderten Voraussetzungen bei uns die Möglichkeit, parallel zu ihrer Ausbildung die allgemeine Fachhochschulreife zu erwerben. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Prüfungen

Die Prüfungen werden gemäß der Prüfungsordnung vor der Rechtsanwaltskammer Frankfurt abgelegt.

Bereits nach dem ersten Ausbildungsjahr – meist Anfang September – legen die Azubis dieser Ausbildungsberufe eine Zwischenprüfung ab. Diese besteht aus zwei jeweils 60-minütigen schriftlichen Prüfungsteilen (Kommunikation und Büroorganisation sowie Rechtsanwendung).

Am Ende der Ausbildung findet die Abschlussprüfung statt. Diese besteht aus den schriftlichen Prüfungsteilen

  • Rechtsanwendung
  • Vergütung und Kosten
  • Geschäfts- und Leistungsprozesse
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Im Anschluss an die schriftlichen Prüfungen findet ein fallbezogenes Fachgespräch im Prüfungsgebiet Mandanten- (und Beteiligten-) Betreuung statt.

Jobaussichten

Aufgrund des derzeit bestehenden Fachkräftemangels sind die Jobaussichten für ausgebildete ReFa und ReNo ausgesprochen gut.

Nicht nur Kanzleien suchen zuverlässige und fachkundige Mitarbeiter, auch in großen Unternehmen mit eigener Rechtsabteilung, Versicherungen, Inkassounternehmen, sowie bei Behörden und Gerichten haben ReFa und ReNo derzeit sehr gute Möglichkeiten mit Aufstiegschancen.

Weiterbildung

Eine Weiterbildung zum/r Rechtsfachwirt*in oder Notarfachwirt*in oder ein Studium zum/r Rechtspfleger/in bilden attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten in einem interessanten und zukunftssicheren Beruf – denn „gestorben und gestritten wird immer“!