Rechtanwalt- und Notariatfachangestellte

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Pro Jahrgang werden ca. 60 bis 80 Auszubildenden in Bezirksfachklassen an der Friedrich-List-Schule 12 Stunden Unterricht erteilt. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Als schulische Zugangsvoraussetzung genügt zwar der Hauptschulabschluss, aber tatsächlich haben die meisten Auszubildenden einen Mittleren Bildungsabschluss, mehrere auch Abitur.

1995 wurden, in Anpassung an den vermehrten Einsatz der PC’s in den Kanzleien, die Fächer Stenografie und Maschinenschreiben durch das Lerngebiet „FIV“ (fachbezogene Informationsverarbeitung) ersetzt.

Neben dem allgemeinbildenden Unterricht Deutsch, Politik, Religion und Englisch untergliedern sich die beruflichen Lernbereiche in folgende Lernfelder:

  • Rechtspflege
  • Bürgerliches Recht
  • Grundlagen des Rechts
  • Schuld- u. Sachenrecht
  • Familienrecht und
  • Erbrecht
  • Verfahrens- und Vollstreckungsrecht
  • Strafrecht, Strafprozessrecht, Recht der Ordnungswidrigkeiten
  • Notariatsrecht
  • Kosten- und Gebührenrecht
  • Wirtschaftslehre und Wirtschaftsrecht
  • Grundlagen des Wirtschaftens
  • Zahlungsverkehr
  • Grundlagen der Wirtschaftspolitik
  • Handels- und Insolvenzrecht
  • Steuerrecht
  • Wertpapierrecht und
  • Kreditarten und Kreditsicherung
  • Rechnungswesen
  • Rechnen und
  • Buchführung
  • Fachbezogene Informationsverarbeitung (FIV)
  • Büroorganisation

Nach einem Jahr absolvieren die Auszubildenden eine Zwischenprüfung in den Bereichen:

Recht, Wirtschafts- und Sozialkunde, Büropraxis und Büroorganisation.

Die schriftliche Abschlussprüfung wird an drei verschiedenen Tagen durchgeführt und umfasst folgende Gebiete:

Recht, Wirtschafts- und Sozialkunde, Rechnungswesen, Zivilprozessrecht und Rechtsanwaltsgebührenrecht, freiwillige Notariatsrecht, Gebühren- und Kostenrecht sowie FIV. Ein weiterer Prüfungsteil mit doppelter Gewichtung ist die mündliche Prüfung. Die Zukunftsperspektiven für diesen Ausbildungsberuf sind sehr gut, die meisten Auszubildenden haben kaum Probleme einen Arbeitsplatz, z. T. auch in anderen Wirtschaftszweigen (Bank, Versicherungen u. ä.) zu finden.

Fortbildungsmöglichkeiten bieten der RENO-Verein Darmstadt mit verschiedenen Lehrgängen, die RA‑Kammer Frankfurt zum/r Rechtsanwalts-/Notariatsfachwirt/in. Auch ein Studium zum Rechtspfleger können gute Auszubildende ergreifen.